Familie Rieck-Wien

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1981-1983 Diplom Schule

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1981- 1983
Nun wurde wieder eine Ausbildung zum Diplomierten Pflegepersonal im 2. Bildungsweg ausgeschrieben Diese Schulung sollte die erste derartige sein welche im Kaiserin Elisabeth Spital durchgeführt wird. Nur dieses Mal wollte ich endlich dran kommen. Ich habe nun gegen meine Überzeugung mich einmal um einen politischen Schub bemüht. Ich habe den 1. Landtagspräsidenten Hubert Pfoch gebeten sich für uns einzusetzen. Mein Oberpfleger hat mir die Dienstbeschreibung lesen lassen und unterschreiben. Sie war GUT. Nun habe ich bei der Aufnahmesitzung wieder gewartet das es hieß Dienstbeschreibung ist schlecht. Da ich aber genau wusste was ich unterschrieben habe konnte ich mich fest wehren. Ich habe die Aufnahmekommission gebeten mir doch diese Beschreibung aushändigen damit ich sagen kann was Sache ist. Plötzlich hieß es Meine Gattin ist zur Ausbildung zugelassen nur ich nicht! Ich habe mich sofort zu Telefon begeben und habe den Landtagspräsidenten erreicht und ihm die Sache erzählt wie sie steht. Er sagte nur Nichts reden er wird das schon in die Hand nehmen. Man lies mich eine Stunde sitzen und warten. Dann war es doch soweit das wir Beide die Schule besuchen konnten. In unserer Klasse waren alle fast gleich alt so zwischen 35 und 40 Jahren. Und wir waren zwei Ehepaare gleichzeitig. Die erste Klasse war wohl schwer weil es nur trockener Stoff war wovon wir alle keine Ahnung hatten. Einzig unsere Frau Primaria von der Prosektur war so nett und hat uns gestattet die Anatomischen Bezeichnungen in Deutsch zu lernen soweit es ins Deutsche übertragbar ist. Nur die Ortsbezeichnungen, distal, dorsal, kaudal, kranial die mussten wir in Latein intus haben. Weil viele Befunde solche Bezeichnungen einhalten. Sie sagt Ärzte wollen wir nicht ausbilden. Nur in der Physiologie und Pathologie hat sie immer gesagt: wenn sie mir das nicht sagen können fallen sie durch. So haben wir gewusst auf was sie Wert gelegt hat. Man kannte sich aus. So wurde das erste Jahr mit den Prüfungen in diesen Fächern beendet. Wir hatten nicht lange Zeit uns zu erholen. Das zweite Jahr begann. Ich wurde in der Klasse zum Klassensprecher gewählt. Da hatte ich ständig die Kämpfe mit den Lehrschwestern wegen der Skripten. Nicht einmal das ich nach der Schule in einem Raum gestanden bin und mit einem Matritzenkopierer die Skripten gemacht habe. Eine einzige Lehrschwester die mich boykottiert hat war die welche gerade das Hauptfach Interne und Interne Pflege uns beigebracht hat. Sie ließ sich wirklich bis einen Tag vor der Prüfung Zeit mit dem Skriptum. Sie hatte auch etwas dagegen das wir Beide die Schule gemacht haben. Warum sie so böse auf mich war weiß ich nicht. In diesem 2 Jahr hatten wir in 10 Tagen 12 Prüfungen. Das waren alles Fächer wie, Augenheilkunde, Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Urologie, Medikamentenlehre, Röntgen, Isotopenkunde, usw. Das haben wir auch überstanden. Dann im dritten Jahr kamen die Großen Fächer. Zum Abschluss waren dann die frei wählbaren Diplomfächer. Ich habe Kinderheilkunde mündlich und Psychiatrie schriftlich genommen. Nur dann kam der Hammer die Lehrschwester der Interne wollte und Beide absolut durchfallen lassen. Aber unsere Vorzügliche Menschliche Oberin hat es zuwege gebracht das wir die Nachprüfung mit den anderen Diplomfächern machen durften. Wieder at sich die Lehrschwester quer gelegt. Da ist der Gewerkschaftsschwester und dem Leiter der Schule der Kragen geplatzt und hat gesagt: In allen Fächern hat er eine 1 zweimal eine 2 nur bei ihnen soll er blöd sein?? Es wurde abgestimmt 3:1 für mich. Somit haben wir im September das Diplom im großen Saal des Rathauses vom Stadtrat Prof. Stacher bekommen. Es war für mich wieder eine große Bestätigung dass ich etwas geschafft habe was man mir vor 30 Jahren nicht zugetraut hat.
Ich muss noch sagen dass ich die vierte Hauptschulklasse extern nachgemacht habe damit ich in die Diplom Schule gehen kann.
Die Prüferin in Mathematik hat mir gesagt alle Rechnungen OK aber wie haben sie das gerechnet. Sie hat zu lachen begonnen weil ich habe es in einer Version gerechnet die schon lange nicht mehr gelehrt wird. Was soll es die Prüfung wurde geschafft mit einer 4 in Stenographie. Sorry das und Algebra waren nicht mein Fall. Sofort an meinen ersten Tag als Diplom Pfleger haben Gina und ich unsere Versetzungsgesuche in das Wilhelminenspital abgegeben. Ich war binnen 14 Tagen versetzt. Gina musste 6 Wochen warten. Ich wurde an die Unfallchirurgie in den OP versetzt. Weil ich habe dort mein Praktikum gemacht und es hat mir gefallen. Aber ich habe nicht damit gerechnet das zwei Kolleginnen mir nach Möglichkeit alles zu Fleiß gemacht haben was nur möglich war. Blöd war es das es zum Schaden von Patienten war. Es musste Patienten mehrmals geröntgt werden weil die Damen mir einmal eine Wäscheklemme versteckt haben ein anderes Mal einen kleinen Röntgentupfer. Wir waren gezwungen den Patienten zu röntgen um auszuschließen dass diese Teile nicht im Patienten befinden. Spät am Abend bei der Dienstübergabe haben sie mir dann diese Stücke überreicht. Das war mir echt zuwider und habe die Oberschwester gebeten sie möge mich wieder auf die Entgiftungsstation geben. Alles klar. Auf der Entgiftung habe ich ja schon alle gekannt.
Eines Tages hat mich die Oberin zu sich geholt und mich gebeten ob ich einstweilen das EKG übernehme. Ich war bei der Oberin immer der Mann wenn irgendwo jemand ausgefallen ist. Nach dem EKG kam ich auf die Kindernotfallaufnahme. Dann in Folge auf die Infektionsabteilung.


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