Familie Rieck-Wien

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1969-1971

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1969-1971
Wir haben durch meine Großmutter eine eigene Wohnung im Nachbarhaus Felberstraße 104a/2/20 bekommen. 28qm. Wasser und WC am Gang Sollte für uns nur ein Sprungbrett sein. Damit dass im Mietvertrag nur ich aufgeschienen bin war das erste Problem mit der Großmutter von Gina. Nur die Großmutter hatte „EINFLÜSTERER“ welche ihr schon ausgemalt haben dass ich Gina aus der Wohnung werfe. Als ich dann noch davon gesprochen habe, dass wir heiraten wollen hat man der Großmutter ausgemalt, dass ich mich bald scheiden lassen werde. Am 18.4.1969 haben wir dann am Standesamt Penzing geheiratet. Es waren anwesend mein Onkel Oskar, Die Tante Herta von Gina, Dann ein Freund von uns als zweiter Trauzeuge. Und eine Großtante von Gina. Nach der Trauung gingen wir in der Nisselgasse in die Konditorei auf einen Kaffee. Dann sind alle wieder des Weges gegangen. Ich habe zu Hause ein Kartoffelgulasch gekocht. Das war unser Hochzeitsmenü. Eine billige Hochzeit. Die kirchliche Trauung haben wir zu einem späteren Zeitpunkt ins Auge gefasst.
Im Jahr 1970 wurde ich dann nach Wien Matzleinsdorf versetzt. Ich war wohl auf einen fast zu ruhigen Posten. Ich musste die Ladestraße bei Zugsfahrten bewachen dass niemand vor dem Zug drüber fährt. In der Nacht musste ich die Züge trennen damit am Morgen die Straße für die LKW frei ist. Dies ist eine gefährliche Arbeit. Weil zuerst musste ich das Signal aufdrücken geben dann rasch zwischen die Waggons hinein und die Kupplung öffnen. Es gab Lokführer die haben nicht ordentlich aufgedrückt und ich musste mich abquälen den Zug zu trennen. Oft sind die Spindeln Jahrelang nicht bewegt worden, Verrostet oder mit Bremsmehl zubetoniert. Oder ich bin gerade mit dem Haken in Höhe der Nase der Kupplung und der Zug rollt auseinander. Einmal hätte mich eine Kupplung im Gesicht getroffen wenn ich nicht sofort reagiert hätte als ich die Wagenbewegung gehört habe. Nun ist das Jahr 1971 zu Ende. Ich habe die Ausbildung zum Fahrdienstleiter begonnen. Der letzte Posten wo ich Dienst gemacht habe wäre mit der Mannschaft um eine Gruppe gehoben worden weil es plötzlich ein Ein- und Ausfahrtsposten wurde. Aber man nahm mich von dort weg und setzte einen Mann mit dickem Parteibuch hin. Das war für mich das Signal aus dem Dienst zu gehen und mir etwas anderes zu suchen. Die Gewerkschafter sind nur solange Gewerkschafter bis sie Ihren Wunschposten erreicht haben dann dich aber sofort vergessen!!!!

Am 15. März starb meine Mutter an Lungenkrebs. Sie ist erstickt. Gut das ich da nicht dabei war. Ich konnte auch nicht zum Begräbnisfahren da ich selbst im Spital lag und am nächsten Tag operiert werden sollte. Meniskusriss.
Wir haben es uns recht gemütlich in der Wohnung gemacht. Klein aber wir haben uns wohl gefühlt. Gina ist noch immer in die Hornyphon in den 3. Bezirk gefahren. Nur hatten wir eine Phase wo wir beide nicht aufstehen wollten. Ich kam am Bahnhof zu spät zum Dienst und Gina noch knappest. Taxis haben zu dieser Zeit mit uns ein gutes Geschäft gemacht. Eines Tages bin ich ja weg von der Bahn sofort zur Gemeinde gegangen. Ich habe auf der 1. Chirurgie (Unfall) als Op-Gehilfe begonnen. Nur wurde mir das ehrlich zu schwer. So habe ich mich auf die Psychiatrie versetzen lassen. Es war die Klinik Hoff und ich kam auf die Intensiv Aufnahme Station B12. Hier lernte ich akute Psychosen. Alkoholische Delirien kennen. Schizophrene, Manisch Depressive und was es sonst noch gab. Auch Rauschgiftsüchtige.

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