Familie Rieck-Wien

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1966-1968

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5.1.1966                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Bericht des Bewährungshelfers der Minderjährige hat sich sichtlich konsolidiert. Er achtet nunmehr auf ein gepflegtes Äußeres, kenn nur seinen Dienst. Dem Bewährungshelfer ist er ausgesprochen ergeben, fast schon übertreibt er schon die Häufigkeit und Dauer seiner Besuche. Er holt sich in allen entscheidenden Dingen Rat, den er auch sicher befolgt. Seine Servilität bringt er auch seinem Dienstellenleiter gegenüber zum Ausdruck. Im neuen Jahr will er nun um vorzeitige Großjährigkeitssprechung Ansuchen um sein Mädchen heiraten zu können. Vorläufig steht dem nach der Wohnungsmangel gegen über. Die Großmutter ist noch nicht bereit die Jungen aufzunehmen.
3.1.1967                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Vormund teilt uns mit das der Jugendliche großjährig gesprochen wurde. Der Mündelakt wird nun geschlossen und abgelegt.

LE Zusatz 06  1966
1966-1968
Nun ist etwas erreicht was mir sehr viel gebracht und gegeben hat. Mein Dienst bei der ÖBB. Ich bin weiter aufgestiegen. Ich wurde Lampist. Das heißt ich war für alle Signal- und Weichenlampen zuständig. Am Tag habe ich alle Weichen und Signale befüllt und die Zylinder gewaschen. Am Abend bin ich dann anzünden gegangen. Ich war auch für die Ladung der Batterien der elektrischen Zugschlussleuchten zuständig. Mein nächster Posten war der eines Zughelfers. Da musste ich die Zugschlusslaternen auf den letzten Wagen des abgehenden Zuges anbringen. Da bekam ich vom Fahrdienstleiter eine Gleis- Zug- und Wagennummer wo ich anhängen sollte. Ebenso war für das Einsammeln der Laternen von ankommenden Zügen zuständig. Die Verschieber haben mir immer geholfen und haben die Laternen abgenommen und zwischen die Geleise gestellt. Oder mein Onkel hat sie mir von einem eigefahrenen Zug abgenommen. Am Tag musste ich die Blechtafeln als Zugschluss aufhängen. Weiter wurde ich als Weichenwärter (Verschubweichensteller) eingeschult. Auf Posten 1 (Einfahrt von Hütteldorf) Posten 2 (Einfahrt von Maxing- St. Veit). Ich musste vor dem Erhebungsbeamten eine sogenannte Örtlichkeitsprüfung ablegen. Ich musste genau wissen wo die diversen Signale stehen und wer diese betätigt. Dann die ganzen fernbedienten Weichen und die Handweichen. Und für welches Gleis welche Weiche gehört. So von nun an war ich beim Tagdienst und Nachtdienst bei jedem Wetter im Freien. Da hatte ich nie eine Verkühlung. Obwohl ich oft bei starken Regen oft kein trockenes Stück mehr hatte zum Wechseln und mir ist da Wasser bis auf die Haut gekommen. Oder im Sommer war es absolut heiß am Posten 2. Der Posten 1 hatte weit die Rampe der Brücke als Schattengeber. Eines Tages hieß es ich soll die Schule ´besuchen um eine fixe Anstellung (Beamter) bekomme und auch leichter aufsteigen kann.
Es war für mich die Schule am Bahnhof Wiener Neustadt. Das hieß dass ich immer mit dem Zug hin und retour fahren musste. Fahrt hat nichts gekostet. Für Privatfahrten habe ich den Ausweis bekommen das ich berechtigt bin Regiekarten zu bezahlen. So bin ich sehr viel herum gefahren.
In diesen Jahren bei der Eisenbahn habe ich immer wieder Frauen kennen gelernt. Meine erste war eine Frau aus Leppersdorf bei Scharten in Ober Österreich. Diese Frau hatte schon ein Kind. Hätte mir nichts ausgemacht. Nur bin ich ihr drauf gekommen da sie ja in Wels gewohnt hat und mich mit dem Erzeuger des jungen betrogen hat. Dann war gerade zu meinem Geburtstag 1967 Schluss. Die nächste Enttäuschung habe ich auch wieder arg erlebt. Ich lernte eine Frau kennen welche bei ihrer Mutter und deren Lebensgefährten gewohnt hat. Es war ein eigenes Haus für zwei Familien. Aber alle drei Personen sind nicht arbeiten gegangen. Eines Tages wurde mir mitgeteilt dass die junge Frau schon schwanger mich kennen gelernt hat. In der Folge haben wir auf die Geburt gewartet und alle haben in mir den Kindesvater gesehen. Ich habe den Strom wieder aufsperren lassen, die Senkgrube ausheben und klar alles fürs Kind kaufen. Eines Tages wurde ich schwer krank mit einer Lungenentzündung. Ich kam nach dem Spital sofort auf Erholung nach Altenmarkt an der Triesting das ist ein paar Kilometer von Neuhaus entfernt wo das Mädel mit dem Kind gewöhnt hat. Sie hat mich nicht besucht. Die Leute haben mir zugetragen dass sie wieder mit dem Kindsvater zusammen ist und ich soll mir meine Sachen anholen. Nach meiner Erholung habe ich mir die Sachen abgeholt. Diese waren in einen verschimmelten Koffer in einen furchtbaren Zustand. Die teuren Sachen haben gefehlt. Die goldenen Verlobungsringe und eine goldene Doppelmanteluhr ebenso. Jetzt hatte ich genug. Da ja meine Mutter in Hard am Bodensee gewohnt hat bin ich zu ihr gefahren. Bei der Retourfahrt nach Wien habe ich am 10.11.1968 meine Frau des Lebens kennen gelernt.
Ich habe meine Dienstprüfung zum Weichen- und Stellwerkswärter mir Erfolg abgelegt. Und wurde auf den Bahnhof Wien Süd versetzt. Hie machte ich wieder eine Einschulung nach der anderen bis ich die Örtlichkeitsprüfung für 5 Posten abgelegt habe. Somit hat das Jahr mit Erfolgen geendet.


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