Familie Rieck-Wien

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1984-1988 PENSIONIERUNG

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1984- 1988
Ich bin immer wieder on einer Abteilung zur anderen gesprungen. Einmal hatte ich das Pech das ich auf eine Station gekommen bin wo das gesamte Personal dem Gewerkschaftlichen Linksblock verbunden war. Man hat heraus bekommen das ich Vertrauensmann einer anderen Partei war. Hier wieder Mobbing bis zum abwinken. Nun habe ich gehört dass für die neu zu errichtende 2.Chirurgie Ambulanz mit Tag und Nachtdienst noch Personal gesucht wird. Sofort bei der Oberin gemeldet und sofort in diese neue Ambulanz versetzt. Hier hatte ich wirklich nette und freundliche Kolleginnen und eine wirklich gute Stationsschwester. Auch das Ärzteteam war Super. Wir waren eine Allgemeinchirurgie. Vom Blinddarm über Herzschrittmacher bis zur Tomurchirurgie. Es gab auch Nagelextraktionen, Eiterungen öffnen, Proktologische Ops. Dann ab es bei uns Gastro und Colono- und Lungenendoskopie und Magensäuremessungen. Es gab genug zu tun. Im Nachtdienst haben sich immer werdende Mütter zu mir verlaufen weil gegenüber die Gynambulanz ab 17 Uhr geschlossen war und die Leute nicht in den 1. Stock in den Kreissaal gehen wollten. Ich hatte mit meinen Ärzten einen Code ausgemacht.
Neupatient  
Wichtig
Sofort
Bei sofort brennt der Hut und der Arzt muss alles liegen lassen und sofort in die Ambulanz eilen.
Wichtig heißt bald kommen Schmerzpatient!
Neupatient nur eine Untersuchung bei nächster Gelegenheit vorbei kommen. Diese Codierung habe ich mir ausgemacht weil es eine Kollegin gegeben hat welche alles als dringend deklariert at. So konnte ich mich wirklich drauf verlassen das an rasch eine Arzt hat wenn man ihn wirklich dringend braucht. Es ist auch vorgekommen das alle mein Chirurgen im OP gestanden sind und bei mir kamen gleich zwei Notfälle hereingeschneit. Ich wusste mir zu helfen. Ich holte mir vom OA die Genehmigung dass ich den Patienten ins Röntgen schicke und ihm sofort Blut abnehmen darf. Alles hat funktioniert. Nur der Röntgenarzt at einen Aufstand versucht. Mein OA hat ihn nachher besucht und ihm klar gelegt das wir sicher wissen was notwendig ist, aber niemanden gedient ist wenn der Patient mit starken Schmerzen warten muss bis jemand kommt. So ist alles abgenommen Röntgen erledigt und mein Chirurg hat sofort mit der Behandlung beginnen können. Dass auch Patienten zu mir gekommen sind welche betrunken waren und angeblich Blut erbrochen haben. Nach Magensonde setzen und absaugen von Mageninhalt war kein Blut zu finden nur roter Wein. Einmal hat eine Frau den Vogel abgeschossen. Die ist mit 3,2 Promille gekommen, gehend, nicht schwankend und voll ansprechbar und hat ordentliche Antworten gegeben. Das Labor hat die 3,2 bestätigt weil sie den Wert mehrmals geprüft haben. Da habe ich mir nur gedacht was muss die für eine Leber haben. Sie hat uns gesagt dass sie Alkoholikerin ist. Der Rausch war sehr teuer. Rettung selbst zu bezahlen und keine Krankenkasse haben. Im Winter hatten wir das Problem dass sich Unterstandslose überall eingenistet haben wo nur eine Türe offen war.
Am26.3.1988 sollte ich in den Tagdienst gehen. Ich wurde munter weil ich keine Luft bekam. Der Brustkorb tat weh und der Schmerz bis in den kleinen Finger wurde immer ärger. Ich dachte sofort an einen Herzinfarkt. Ich habe sofort bei mir im Krankenhaus auf der Herzintensivstation angerufen und wollte mit einem Taxi ins Spital fahren. So musste ich die Rettung anrufen. Sie waren schnell da und brachten mich auf die Intensivstation. Alle kannten mich dort nur anscheinend die Frau OA nicht. Mir wurde Blut abgenommen und auch EKG geschrieben. Ich rang immer mehr nach Luft. Frau OA lies mir eine Injektion geben für bessere Atmung und meinte ich soll nach Hause fahren. Im Blut und EKG sieht man nichts von einem Infarkt und ich soll nicht so wehleidig sein und ich kann ja leicht jederzeit wieder kommen. Eine junge Ärztin welche bei mir auf der Chirurgie Dienst gemacht hat war auch hier im Dienst. Als sie das hörte sagte sie der Frau OA: Das ist ein Pfleger vom Haus lassen wir ihn doch 24 Stunden zur Beobachtung hier wenn nichts ist kann er ja morgen Früh wieder nach Hause gehen.
Kommentar der Frau OA: wenn sie meinen Legen sie ihn halt hinein. Das geschah und ich wurde sofort an die Überwachung gehängt. Irgendwann muss ich dann eingeschlafen. Plötzlich wurde ich um 22:30 durch Muskelkrämpfe munter ein höllischer Schmerz. Ich wurde an gestupst und gerufen: Peter mach die Augen auf. Als ich das tat glaubte ich mich durch starke Scheinwerfer angestrahlt und ich machte die Augen sofort wieder zu. Als ich dann wirklich die Augen noch einmal aufgemacht habe stand rund um mein Bett alles was Rang und Namen hatte und machte ein besorgtes Gesicht. Die junge Ärztin hat mir dann erzählt dass ich ein Kammerflimmern hatte und sofort 0 Linie gezeigt habe und ich wurde elektrisch Reanimiert deshalb die Krämpfe. Ich bekam etwas gegen die Schmerzen und Krämpfe. Ich schlief wieder ein und wurde neuerlich mit denselben Schmerzen munter. Alle die ums Bett standen waren sichtlich erschöpft aber glücklich dass ich wieder da bin. Es war 02:00 Uhr. Frau Doktor meinte das war das zweite Kammerflimmern im Schlaf gewesen. Wenn ich nach Hause gegangen wäre müsste ich mit Sicherheit tot sein. So hat mir doch die liebe Frau Doktor das Leben gerettet. Die Frau OA konnte mir nie mehr in die Augen schauen!!!
Ich wurde nach Lainz transferiert wegen der Angio. Da hat man zwei Verschlüsse von der Art. Circumflexa, und Ramus vetric.postterior. Nur hätte man mich sofort noch im Wilhelminenspital Lysieren müssen. Was nicht geschehen ist des halb ein massiver Infarkt der Herzhinterwand. Ich war drei Wochen auf der Herzstation. Anschließend am ich auf Reha nach Groß Gerungs im Waldviertel in Nieder Österreich. Ich hatte nicht viel von der Reha weil ich ständig auf der Intensiv gelegen bin weil die Ärzte mir jeden zweiten Tag ein anderes Medikament in verschiedenen Dosierungen verordnet haben. Man hat nicht gewartet ob sich der Wirkspiegel schon gebildet hat oder nicht.
Nach dieser Reha bin ich wieder nach Hause. Ich blieb weiter im Krankenstand. Bin dann zu meinem Prof. gefahren und habe ihn um einen Befund für den Amtsarzt gebeten. Diesen habe ich bekommen und las dass ich mit Sicherheit in Pension geschickt werde. Und das mit 42 Jahren. Ab 1.12.1988 war ich nun in Pension. Auf Grund dessen das ich Pragmatisiert war und krankheitshalber in Pension ging habe ich die §9 Zulage bekommen. (10 Jahre werden zu meiner Pensionsberechnung dazu gerechnet)  


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